Projektgebiet Göttingen und nördliches Eichsfeld
Das Rebhuhn zählte einst zu einem der häufigsten Vögel in unserer Agrarlandschaft. Seit den 1980er-Jahren hat es einen starken Bestandseinbruch erlitten und ist vielerorts verschwunden.
Das Verbundprojekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“
In dem Verbundprojekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“, das im → Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird, arbeiten der → Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) e. V., die → Abteilung Naturschutzbiologie der Georg-August-Universität Göttingen, der
→ Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) und 12 weitere Partner zusammen, um wieder mehr Lebensraum für das Rebhuhn und viele andere Arten der Agrarlandschaft zu schaffen.
Das Projekt wird deutschlandweit in 10 Projektgebieten umgesetzt, die zusammen eine Fläche fast so groß wie das Saarland abdecken.
Das Ziel in diesen Projektgebieten ist es, den Lebensraum für das Rebhuhn aufzuwerten
(7 % der Ackerfläche) und so den Rebhuhnbestand zu erhöhen, hin zu einer langfristig gesicherten Population.
Das Projektgebiet „Göttingen und nördliches Eichsfeld“ ist Teil dieses großen Verbundprojekts und wird durch die Universität Göttingen, Abteilung Naturschutzbiologie koordiniert. Dort arbeiten wir auf fast 200 km² eng mit der Landwirtschaft zusammen und legen vor allem strukturreiche Blühflächen für das Rebhuhn an.
Lebensraum für Rebhuhn und Co.
Die strukturreiche Blühfläche ist durch das Nebeneinander von überjähriger und diesjähriger Vegetation ein optimaler Lebensraum für Rebhühner. Der überjährige Teil hat eine dichte Vegetation und besteht aus alten Staudenstängeln und Altgrasbüscheln – für das Rebhuhn eine optimale Deckung zum Brüten. Der diesjährige Teil wird im Frühjahr bearbeitet und ist daher lückiger, so dass die kleinen Küken genügend Freiraum zur Nahrungssuche haben. Natürlich profitieren von diesem Nebeneinander an Vielfalt nicht nur das Rebhuhn, sondern auch Insekten, Spinnen, Hasen und viele weitere Arten.


Jährliche Rebhuhn-Zählung
Um den Erfolg der Maßnahmen zu überprüfen, wird jährlich eine Rebhuhn-Zählung durchgeführt. In Göttingen findet diese Zählung bereits seit 2006 statt, wodurch wir eine sehr gute Datenreihe über die dortige Rebhuhnpopulation haben. Bei der Zählung sind wir jedes Jahr auf die Hilfe von vielen Ehrenamtlichen angewiesen und freuen uns immer auf neue Unterstützung!
Da das Projekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ heißt, wird neben dem Rebhuhn auch auf andere Arten ein Augenmerk gelegt. Das jährliche Feldvogel-Monitoring überprüft den Nutzen der Blühflächen für viele andere Vogelarten. Hinzu kommt eine Nachtfalterstudie im Projektgebiet Göttingen und nördliches Eichsfeld sowie dem Zerbster Ackerland, die im Rahmen einer Doktorarbeit stattfindet. Dort werden die Rebhuhn-Maßnahmen mit konventionell bewirtschafteten Flächen verglichen.
Maßnahmen, die für den Rebhuhnschutz angelegt werden, unterstützen gleichzeitig zahlreiche weitere Arten der Agrarlandschaft – von blütenbesuchenden Insekten bis zu Feldlerche und Feldhase.
Daher ist das Rebhuhn eine sehr geeignete Zielart für die Lebensraumaufwertung!
Unsere Erfolge
In Zusammenarbeit mit Landwirt*innen sind im Göttinger Projektgebiet seit dem Start des Projekts bereits fast 240 ha Blühflächen für den Schutz der Rebhühner und vieler anderer Tiere entstanden. Zusammen mit weiteren Maßnahmen werden damit auf fast 4 % der Ackerfläche Schutzmaßnahmen umgesetzt.
In einigen Teilgebieten des Göttinger Projektgebiets konnte erfreulicherweise sogar schon unser Projektziel erreicht werden. In diesen Gebieten sind über 7 % der Ackerfläche für das Rebhuhn aufgewertet. Wir sind gespannt, wie sich die Rebhuhnpopulation und die Bestände weiterer Arten der Agrarlandschaft durch diesen Zuwachs an Lebensraum in den nächsten Jahren entwickeln werden.
Schon 2026 konnten in allen 10 Projekten erste Erfolge bei den Rebhuhnbeständen festgestellt werden. Seit Projektstart 2023 nehmen die Bestände messbar zu.

Projektpartner:
und 12 weitere Projektpartner
Gefördert durch:
Mit Unterstützung von:
Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!
Projektgebiet Göttingen und nördliches Eichsfeld
im BiNeN-Netzwerk
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