Leberblümchen (Hepatica nobilis), (c) Jens Wörner/NABU-naturgucker.de
Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) an Huflattich (Tussilago farfara), (c) Jens Winter/NABU-naturgucker.de
Märzenbecher (Leucojum vernum), (c) Armin Dreisbach/NABU-naturgucker.de
Eine Erdhummel (Bombus terrestris/lucorum) versorgt sich an einem Frühblüher, (c) Ulrich vor dem Esche/NABU-naturgucker.de
Wenn ab Februar die Frühblüher endlich wieder bunte Farbtupfer in unsere Gärten und Landschaften bringen, dann erwacht bei vielen Menschen die Vorfreude auf die wärmere Jahreszeit. Diese Frühlingsvorboten kündigen nicht nur die neue Vegetationsperiode an, sondern sind darüber hinaus eine sehr wichtige Nahrungsquelle für die ersten Insekten. Denn Hummelköniginnen und frühe Falter sind ebenfalls aus der Winterruhe erwacht und dringend auf Nahrung angewiesen.
Die Blühzeiten und das Ende der Winterruhe richten sich dabei nicht nach dem Kalender, sondern nach den jeweils vorherrschenden Wetter- und Klimabedingungen. Da sich diese immer mehr verändern, sind Langzeitbeobachtungen über Jahre hinweg notwendig, um langfristige Entwicklungen – auch im Hinblick auf die Auswirkungen des Klimawandels – verstehen zu können. Nur große verlässliche Datenbestände erlauben es, diese zu beschreiben und zu untersuchen. Wir haben dafür zwölf gut erkennbare Zielarten ausgesucht, die als aussagekräftige Bioindikatoren gelten. Helft mit beim Sammeln von Beobachtungsdaten in Niedersachsen und erfreut euch dabei an den ersten Frühlingsboten!
Beobachtungen melden
Mitmachen könnt ihr auf ganz einfache Weise: Geht raus und beobachtet die Natur. Welche Frühlingsboten findet ihr? Meldet eure Beobachtungen. Falls ihr euch bislang mit Pflanzen und Insekten noch nicht so gut auskennt, ist das eine ideale Möglichkeit, diese faszinierenden Organismen besser kennenzulernen. Weil im Spätwinter und frühen Frühling die Vielfalt der blühenden Pflanzen und fliegenden Insekten noch sehr überschaubar ist, fällt das Kennenlernen der Arten umso leichter. Zudem haben wir uns ganz bewusst für zwölf häufige, auffällige und leicht bestimmbare Arten entschieden.
Für unsere Meldeaktion haben wir eine → Aktionsseite erstellt, die ihr ohne Installation mit jedem Gerät vom Smartphone bis zum PC einfach per Internetbrowser aufrufen könnt. Auf der Aktionsseite könnt ihr eure Beobachtungen melden. Außerdem findet ihr hier ausführliche → Porträts der Zielarten, die zusätzlich bei der Bestimmung helfen.
Damit könnt ihr einfach → losmelden! Jede dokumentierte Sichtung hilft und ist wertvoll!
Wenn ihr noch etwas tiefer in unsere Fragestellung einsteigen wollt, haben wir hier einige Details, die eure Meldungen besonders aussagekräftig machen:
- Meldet Beobachtungen von Zielarten an einem Ort gern zu mehreren Zeitpunkten.
- Besonders interessant sind bei den Pflanzen die ersten blühenden Exemplare an einem Wuchsort. Das gibt Aufschluss über die Phänologie, also darüber, wie die Jahreszeiten unabhängig von Kalenderdaten tatsächlich auftreten.
- Eine zweite Meldung zur sogenannten Vollblüte, wenn fast alle Exemplare in Blüte stehen, ist ebenfalls aussagekräftig.
- Unter „Beobachtungen“ tragt bitte ein, ob die gesichteten Exemplare gerade erst aufblühen, bereits in voller Blüte stehen oder schon fast verblüht sind. Dafür gibt es eine Liste mit Optionen wie „austreibend-knospend“, „blühend“ oder „verblüht“. Falls ihr nicht sicher seid, was davon genau zutrifft, entscheidet euch einfach für „blühend“.
- Die Beobachtungsmeldungen von Insekten werden ebenfalls noch wertvoller, wenn ihr zusätzliche Angaben zu Anzahl und Aktivität der Tiere macht, z. B. „ruhend“ oder „Büten besuchend“.
- Wenn möglich, meldet bitte im Meldeformular auf der Aktionsseite unter „Weitere Arten“ ergänzend die Pflanzenarten, an denen ihr die Insekten beobachtet habt.
- Wenn möglich, dokumentiert eure Beobachtungen mit entsprechenden Fotos.
- Und zu guter Letzt: Achtet bitte darauf, beim Beobachten keine Pflanzen und Tiere zu schädigen.
Tipp: Gern könnt ihr zudem Bilder anderer Tiere, Pflanzen und Pilze auf unserem → Meldeportal hochladen – auch solche, die ihr nicht selbst bestimmen könnt. Ihr habt beim Hochladen die Möglichkeit, ein Häkchen an der entsprechenden Stelle zu setzen und so die Aktiven der Gemeinschaft unseres Meldeportals → um Bestimmungshilfe zu bitten. Probiert es aus!
Nach eurer ersten Meldung könnt ihr selbstverständlich weitere Beobachtungen dokumentieren – gerne jedes Mal, wenn ihr Frühlingsboten findet. Denn wie das Melden funktioniert, wisst ihr ja jetzt. Auf der Aktionsseite seht ihr außerdem unter „Beobachtung“, welche Arten andere Teilnehmende gemeldet haben. Über die Kommentarfunktion könnt ihr euch mit anderen austauschen oder um Hilfe bitten, wenn ihr nicht sicher seid, um welche Arten es sich bei euren Beobachtungen handelt.
Falls ihr mehr über unsere Frühlingsboten und andere Arten erfahren möchtet, könnt ihr einen der kostenlosen → Kurse der NABU|naturgucker-Akademie zu diesen Themen besuchen. Hier findet ihr Lernangebote z. B. zu Pflanzen, Schmetterlingen, Hautflüglern und Insekten allgemein. Sie sind online zeitlich flexibel nutzbar.
Unser Beobachtungsprojekt „Frühlingsboten“ bietet euch die Möglichkeit, auf unkomplizierte Weise Daten für die Erforschung der Bestandsentwicklung und des zeitlichen Auftretens der zwölf Projekt-Zielarten zu sammeln.
Folgende relativ häufig vorkommende fünf Zielarten haben wir aus der Reihe der Frühblüher ausgesucht:
- Busch-Windröschen (Anemone nemorosa)
- Huflattich (Tussilago farfara)
- Leberblümchen (Hepatica nobilis)
- Märzenbecher (Leucojum vernum)
- Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)
In der noch spärlichen Vegetation lassen sich die frühen Blüher gut erkennen und bestimmen. Auch das Verwechslungsrisiko ist gering. Als Hilfestellung für die Bestimmung findet ihr auf der Aktionsseite alle → Porträts der ausgewählten Zielarten.
Aus der Gruppe der frühen Insekten haben wir sieben gut erkennbare Zielarten (fünf Falter und zwei Bienen) gewählt:
- Admiral (Vanessa atalanta)
- Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea)
- C-Falter (Polygonia c-album)
- Dunkle/Helle Erdhummel (Bombus terrestris/lucorum)
- Kleiner Fuchs (Aglais urticae)
- Tagpfauenauge (Aglais io)
- Zitronenfalter (Gonepterix rhamni)
Sowohl die Schmetterlinge als auch die beiden Bienenarten lassen sich gut erkennen und bestimmen. Denn so früh im Jahr fliegen kaum andere Schmetterlings- und Bienenarten, was mit einem geringen Verwechslungsrisiko einhergeht. Als Hilfestellung für die Bestimmung findet ihr auf der Aktionsseite alle → Porträts der ausgewählten Zielarten.
Unser Beobachtungsprojekt „Frühlingsboten“ hat seinen zeitlichen Schwerpunkt von 02 – 04, also von Februar bis April. Je nach Witterungsverhältnissen eines Jahres kann es sich bis in den Monat 05 (Mai) erstrecken.
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Frühe Blüher wie unsere fünf Zielarten werden oft nur als Zierblumen und Augenweide wahrgenommen, ohne dass den Menschen ihr hoher Stellenwert für die biologische Vielfalt bewusst ist. Denn auch manche Tagfalter- und Bienenarten sind schon sehr früh im Jahr aktiv und auf der Suche nach Nektar. Als fliegende Farbtupfer in einer fast noch winterlichen Landschaft fallen sie leicht ins Auge und bieten sich als wichtige Anzeiger-Arten für den Zustand von Ökosystemen zur gezielten Beobachtung an. Mit diesem Projekt möchten wir am Beispiel der genannten zwölf Zielarten aus der Tier- und Pflanzenwelt, die oft schon ab Februar zu beobachten sind, für ökologische Zusammenhänge im Vorfrühling sensibilisieren. Zusätzlich möchten wir interessierten Teilnehmenden ermöglichen, ihre Artenkenntnis in Bezug auf diese Frühlingsboten zu erweitern.
Frühe Blüher
Es ist zwar schon lange bekannt, wie wichtig die Frühblüher für die ersten Insekten sind, aber nur ein regelmäßiges Monitoring liefert genügend Daten, um Bestandstrends und Veränderungen der Biodiversität in Niedersachsen zu erkennen und diese schützen zu können. Den beschreibenden Forschungszweig, der sich mit den Zusammenhängen zwischen regionalen Klimabedingungen und den entsprechenden Blütezeiten einzelner Pflanzenarten beschäftigt, nennt man Phänologie.
Nach den grauen und oft dunklen Wintermonaten werden die ersten Frühlingsboten besonders intensiv und voller Freude wahrgenommen. Die ersten Blüten fallen in einer weitgehend kahlen Landschaft stärker auf als einzelne blühende Pflanzen im blütenreichen Frühsommer.
Tatsächlich sind einige der bekanntesten Frühblüher ausgesprochene Waldarten und wachsen dort meist in großer Zahl. Im Wald herrscht ein vergleichsweise ausgeglichenes Mikroklima. So sind die Daten verlässlicher zu interpretieren als von Pflanzenbeständen an Sonderstandorten und Vergleiche über längere Zeiträume sind dadurch eher möglich. Die Zielarten unseres Beobachtungsprojektes (Monitorings) dürften an vielen Stellen schon im März, in Einzelfällen sogar schon im Februar blühend angetroffen werden, was für uns ein entscheidendes Auswahlkriterium war. Alle Arten sind zudem aussagekräftige Indikatoren, wenn es um die Dokumentation der Auswirkungen des globalen Klimawandels auf die Natur in Deutschland geht.
Frühe Falter
Dies gilt auch für die von uns ausgesuchten frühen Insekten. Viele Schmetterlinge reagieren sehr sensibel auf sich wandelnde Umweltbedingungen und gelten daher als herausragende Bioindikatoren. Werden sie in einem Lebensraum beobachtet oder eben nicht mehr, lässt dies direkte Rückschlüsse auf die ökologische Qualität und die Umweltbedingungen jener Umgebung zu. Je nach Falterart und Stabilität der Populationen können durch das Beobachten der Tiere deshalb Erkenntnisse im Hinblick auf das Funktionieren bzw. die Beeinträchtigung relevanter Ökosysteme und deren Vernetzung gewonnen werden. Veränderungen des Klimas lassen sich beispielsweise am geänderten Flugzeit- oder Überwinterungsverhalten ebenfalls ablesen.
Bei der Überwinterung in Mitteleuropa verfolgen Tagfalter als wechselwarme Tiere generell unterschiedliche Strategien. Der Winter kann als Ei, als Raupe, als Puppe oder als erwachsenes Insekt (Imago), also als Schmetterling, überlebt werden. Den fünf Arten dieses Projekts ist gemein, dass sie alle sehr früh im Jahr als erwachsene Individuen aktiv sind. Wie ist das möglich? Die Antwort ist: Sie überwintern als erwachsene Falter und können daher entsprechend früh im Jahresverlauf draußen angetroffen werden.
- Beim Admiral (Vanessa atalanta) sind vereinzelte Überwinterungen als erwachsene Falter in Deutschland zu beobachten. Meist handelt es sich bei den früh im Jahr zu beobachtenden Individuen aber um Rückkehrer aus dem Mittelmeergebiet, wohin die meisten Admirale im Herbst zum Überwintern fliegen. Zu erkennen sind die vergleichsweise großen Tiere mit einer Flügelspannweite von 55 mm bis 65 mm an der Oberseite der Flügel, die auffällig schwarz-braun, weiß und rot gefärbt ist.
- In Mitteleuropa überwintern C-Falter (Polygonia c-album) als erwachsene Individuen, die fliegen, sobald es im Spätwinter oder frühen Frühling ein wenig wärmer und sonnig wird. Oft sind sie dann beim Besuchen früh blühender Pflanzen zu beobachten oder ruhen mit ausgebreiteten Flügeln und wärmen sich in der Sonne. Mit ihrer Flügelspannweite von 40 mm bis 50 mm sind diese tagaktiven Schmetterlinge mittelgroß und am namensgebenden Merkmal auf der Unterseite der Hinterflügel zu erkennen: ein weißes „C“ auf bräunlichem bis graugelbem Grund. Typisch ist außerdem der gebuchtete Flügelrand und orange als Grundfärbung der Oberseite beider Flügelpaare, auf der sich ein charakteristisches Muster aus gelblichen, braunen und schwarzen Flecken befindet.
- Den Winter überlebt der Kleine Fuchs (Aglais urticae) als erwachsener Schmetterling. Er sucht dafür geschützte Orte wie zum Beispiel Keller, Dachböden, Garagen oder natürliche Verstecke wie beispielsweise Baumhöhlen auf. Seine Flügelspannweite beträgt 40 mm bis 50 mm und er ist zu erkennen an seiner charakteristischen rötlichen Grundfärbung mit schwarzer und gelblicher Zeichnung der Oberseite der Vorder- und Hinterflügel. Am Rand (= marginal) der Flügel sind besonders im frischen Zustand einzelne himmelblau gefärbte Flecken erkennbar und auf den Vorderflügeln gibt es außerdem charakteristische weiße Flecken. Die Hinterflügel sind zum Körper hin zumeist dunkelbraun. Sie wirken in frischem Zustand bei einigen Individuen schwärzlich.
- Da auch das Tagpfauenauge (Aglais io) im Erwachsenenstadium, also als Falter, überwintert, kann man bei milden Temperaturen zuweilen bereits im Februar erste Individuen draußen antreffen. Mit einer Flügelspannweite von 50 mm bis 55 mm ist das Tagpfauenauge vergleichsweise groß und anhand der auffälligen Augenflecken, von denen je einer die Oberseite der Vorder- und Hinterflügel ziert, leicht zu erkennen. Die Grundfarbe der Oberseite der Flügel ist ein kräftiges Rostrot.
- Weil Zitronenfalter (Gonepterix rhamni) bei uns als erwachsene Tiere sogar im Freiland überwintern können, sind auch sie manchmal schon an warmen Wintertagen im Februar unterwegs. Dieser Falter ist ein großer, auffälliger und tagaktiver Schmetterling mit einer Flügelspannweite von 50 mm bis 55 mm. Die Männchen dieser Schmetterlingsart sind aufgrund der zitronengelben Färbung im Spätwinter und im zeitigen Frühling unverwechselbar. Weibchen sind ein wenig blasser gelblich gefärbt, sind aber zu Jahresbeginn für gewöhnlich die einzigen gelben Tagfalter in unserer Natur und somit leicht zu erkennen.
Auch wenn die von uns ausgesuchten frühen Falter meist noch relativ häufig vorkommen, ist die generelle Bestandsentwicklung der 207 in Deutschland etablierten Arten und Unterarten der Tagfalter und Widderchen mittlerweile besorgniserregend. Ende 2025 stellte Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz fest: „Die neue Rote Liste zeigt: In der Gesamtbilanz hat sich die Situation der Tagfalter und Widderchen weiter verschärft. 55 % der Arten und Unterarten sind entweder bereits ausgestorben, bestandsgefährdet oder extrem selten.“
Sie fährt dann aber fort: „Trotz besorgniserregender Entwicklungen gibt es auch Chancen für den Schutz unserer Schmetterlinge: Wenn landwirtschaftliche Flächen nachhaltig bewirtschaftet, Schutzgebiete besser vernetzt und artenreiche Lebensräume gezielt gefördert werden, können wir den Rückgang vieler Arten stoppen und ihre Zukunft sichern.“ (Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit dem Rote-Liste-Zentrum (RLZ)).
Schmetterlinge sind weit mehr als nur schöne Insekten – sie sind unverzichtbare Bestandteile des Ökosystems. Sie fördern Bestäubung, Artenvielfalt und Nährstoffkreisläufe und dienen als wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Tiere wie Vögel, Fledermäuse, Reptilien, Igel, Kleinsäuger und Amphibien. Ihr Schutz ist daher essenziell für eine gesunde und artenreiche Umwelt.
Frühe Bienen
Hummeln gehören wie die Honigbienen zu den Stechimmen (Aculeata). Die erste der beiden von uns für dieses Meldeprojekt ausgesuchten früh fliegenden Bienenarten ist die Erdhummel, die hierzulande zu den auffälligsten, größten und häufigsten Hummeln gehört. Sie kommt in vielen Habitaten zurecht und ist bei ihrer Nahrung nicht wählerisch. Vor allem die Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) kommt in Europa häufig vor. Sie bevorzugt offene Lebensräume aller Art und ist auch in lichten Wäldern anzutreffen. Mit bis zu 600 Individuen in einem Nest erreicht sie die größten Volksstärken unter den heimischen Hummelarten. Die Nester werden meist unterirdisch gebaut, gerne in verlassenen Mäusenestern. Dank ihres kräftigen Körperbaus mit starken Muskeln und ihrer dichten pelzigen Behaarung können Hummeln auch die kühleren Regionen besiedeln und schon früh im Jahr bei einstelligen Temperaturen unterwegs sein.
Sowohl die Dunkle als auch die sehr ähnliche Helle Erdhummel (Bombus lucorum) sind schwarz behaart, haben ein weißes Hinterleibsende und zwei charakteristische gelbe Querbinden: eine auf dem zweiten Hinterleibssegment und eine auf dem ersten Brustsegment. Bei den Dunklen Erdhummeln sind die Querstreifen meist dunkler als bei der selteneren Hellen Erdhummel.
Als erste im Jahr sind die deutlich größeren Hummelköniginnen unterwegs, die mit bis zu 23 mm deutlich größer sind als die männlichen Erdhummeln mit bis zu 17 mm und die Arbeiterinnen mit bis zu 16 mm.
Nur die neuen befruchteten Königinnen überleben bei den Hummeln den Winter in einem Quartier in lockerer Erde oder tiefen Moosschichten, während das restliche Volk inklusive der alten Königin langsam abstirbt und das Nest zerfällt. Die neue Königin beginnt im Frühjahr mit der Suche nach einem Nistplatz. Hat sie ihn gefunden, wird aus den befruchteten Eiern der Königin ein ganzer Hummelstaat für die Dauer eines Sommers neu entstehen und im Herbst wieder vergehen. Im Frühjahr benötigt die junge Königin für die Nistplatzsuche und die Gründung des neuen Hummelstaates viel Energie. Diese holt sie sich an früh blühenden Pflanzen. Eine Win-win-Situation: Die Frühblüher wiederum sind für ihre Bestäubung auf kältetolerante Insekten angewiesen.
Auch von den in Deutschland zu findenden rund 40 Hummelarten stehen leider viele inzwischen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Der Schwund an artenreich blühenden Flächen und Hecken zugunsten von Monokulturen führt dazu, dass viele auf bestimmte Pflanzen spezialisierte Arten keine Nahrung und keinen Unterschlupf mehr finden. Oder sie sterben direkt durch den Einsatz von Insektiziden. Jede Hummel, die fliegt, ist also eine gute Nachricht für die biologische Vielfalt.
Wegen ihrer Größe von knapp 30 mm wird die Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea) häufig irrtümlich für eine Hummel gehalten. Ihre Flugzeit reicht von den ersten warmen Tagen im Februar oder März bis in den Oktober hinein. Sie brummt zwar laut, ist aber wie die Hummeln sehr friedfertig. Im Gegensatz zu den Hummeln hat sie keine klaren, durchsichtigen Flügel, sondern schillernd blauschwarz gefärbte Flügel und einen unbehaarten, metallisch-schwarz glänzenden Panzer.
Ursprünglich kam sie nur an wärmeren Standorten vor, doch durch die Klimaveränderungen der letzten 30 Jahre konnte sie sich deutlich nach Norden ausbreiten und kann inzwischen stellenweise schon als sehr häufig gelten.
Während Hummeln Staaten bilden, bleibt diese größte Wildbienenart in Deutschland allein. Lediglich im Frühjahr treffen sich Männchen und Weibchen zur Paarung, damit die weiblichen Exemplare ab April ihre Eier in bis zu 30 cm langen Gängen in Nistzellen in trockenem, morschen Holz legen können. Im Spätsommer erscheint eine neue Generation von Männchen und Weibchen, die in geschützten Hohlräumen wie Holzgängen, Mauerspalten und sogar in selbstgegrabenen Erdlöchern überwintert.
Vielleicht fragt ihr euch, weshalb ihr beim Melden eurer Beobachtungen euren Namen und eure E-Mail-Adresse angeben müsst. Das hat wichtige Gründe:
- Wir sind dazu verpflichtet, die gesetzlichen Vorgaben zur Kennzeichnung des Urheberrechts zu befolgen. Das bedeutet, auf unserem Meldeportal dargestellte Beobachtungen, Bilder und Videos müssen mit den Namen der Melder*innen gekennzeichnet werden. Hintergrundinformationen dazu findet ihr in diesem → Beitrag zum Thema.
- Alle auf unserem Meldeportal veröffentlichten Beobachtungen, Bilder und Videos werden der Forschung und dem Naturschutz zur Verfügung gestellt. Bei der Auswertung der Daten kann es geschehen, dass sich Rückfragen zu einzelnen Sichtungen ergeben. Dafür ist es wichtig, dass wir euch per E-Mail erreichen können. Sollten eure Daten in einer wissenschaftlichen Publikation zitiert werden, erfolgt dies in der Regel wegen der Urheberrechtsvorgaben mit Namen; siehe dazu auch Punkt 1.
Grundsätzlich behandelt NABU|naturgucker eure personenbezogenen Daten sehr sorgsam und so, dass die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union erfüllt sind. Hier findet ihr unsere → Datenschutzerklärung.
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Falls ihr Hilfe bei der Bedienung der Aktionsseite benötigt, besucht bitte die → Hilfeseiten von NABU|naturgucker zu diesem Thema.
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